Teneriffa – Die Insel des ewigen Frühlings
Wissenswertes, Geheimtipps und eigene Erfahrungen!
TRAVELING


Ende April 2026 wagte ich mich mit zwei Freunden in ein weiteres Abenteuer, nämlich auf die Insel Teneriffa. Sie ist eine der acht kanarischen Inseln und mit 2034km² sogar die Größte von ihnen. Durch die große Fläche gibt es gleichzeitig viel spannende Dinge, die es zu entdecken gibt!
Als Unterkunft hatten wir ein AirBnB inmitten des Herzens Teneriffas gebucht, hoch auf einen der vielen Berge mit Blick auf den weiten östlichen Horizont. Somit hatten wir morgens die Gelegenheit, atemberaubende Sonnenaufgänge zu beobachten.
Wir haben uns im Vorfeld einen Mietwagen gebucht von dem Anbieter Cicar. Neben Cicar gibt es noch einige andere Anbieter für entweder günstigere Preise oder anderen Versicherungsbedingungen. Preis-Leistungstechnisch sind wir mit Cicar sehr zufrieden gewesen, denn für 180€ (7 Tage) waren wir sogar vollkaskoversichert.
Eine Sache, die nicht inkludiert war, waren die Unterbodenschäden sowie das Verlassen der Insel mit einer Fähre. Ich erwähne beide Punkte explizit, da es auf Teneriffa einige unbefestigte Wege gibt und die Möglichkeit zum Insel-Hopping durch die Fähren besteht. Wer also mehrere Inseln mit denselben Auto besuchen möchte und genügend Zeit mitbringt, der muss bei dem Anbieter diese Absicht bestenfalls schon am Schalter bekanntgeben. So können Vertragskonditionen problemlos geändert werden, ansonsten kann sich der Mietpreis um 100% erhöhen. Wir hatten nämlich kurzzeitig auch den Einfall, einen spontanen Tagesausflug nach Gran Canaria hinzulegen und setzten uns mit dem Kundensupport in Verbindung – dieser hat uns dann zurück an den Schalter im Flughafen verwiesen. Diesen Umweg haben wir dann nicht auf uns genommen und blieben stattdessen die gesamte Zeit auf Teneriffa.




Vorbereitung – Was sollte ich im Mai mitnehmen?
Reisedokumente (Für EU Bürger reicht der Personalausweis)
Kreditkarte (Visa oder Mastercard wird empfohlen, denn an manchen Orten funktionierte meine Debitkarte nicht!)
Reiseapotheke, falls du unterwegs krank werden solltest
Badekleidung, Schnorchel, Taucherbrille, Sonnencreme für die sonnigen Strandtage
Fotokamera, Polaroid oder einfach deine Handykamera, um die tollen Momente festzuhalten
i.d.R. reichen T-Shirts und kurze Hosen tagsüber aus, in manchen Gebieten (und besonders am Abend) kann es mitunter aber durchaus kalt werden mit bis zu 5°C
Für nächtliche Aktivitäten und der Bergwanderung empfehle ich eine Strick- bzw. Regenjacke
Was du auf Teneriffa erleben kannst
Playa de las America und Märkte
Einzigartige Natur
Die Geisterstadt Abades
Pyramiden von Guimar
Masca
Teide
Doch was wäre ein Urlaub ohne ein anständiges Souvenir? Vielleicht ein weiterer Magnet für den Kühlschrank zu Hause oder doch ein buntes Armband? Auf Teneriffa gibt es zu bestimmten Tagen in der Woche verschiedene Flohmärkte, die vielerlei Sachen verkaufen. Wer also nach Souvenirs sucht, der sollte unbedingt einen Ausflug zum Mercadillo Los Cristianos planen, denn dort wird man ganz bestimmt fündig! Er öffnet Dienstags und Sonntags von 9 - 14 Uhr. Neben Schmuckartikeln und Souvenirs findet man hier auf ganz klassisch Kleidung, Pflegeprodukte, Taschen und vieles mehr.



Playa de las America & Märkte
Der Playa de las America ist eine Partymeile und erstreckt sich um die 4 Kilometer an der südwestlichen Küste Teneriffas entlang. Tagsüber kannst du hier Geschäfte jeglicher Art besuchen, von den beliebten Markenklamottenläden bis hin zu kleinen Restaurants ist für jedermann was dabei. Wer nicht gerade in Shoppinglaune ist, der kann hier eine Bootstour buchen oder einfach nur am Strand auf einer Sonnenliege entspannen. Direkt im Herzen des Strandes gibt es zudem eine kleine Minigolfanlage, der wir natürlich widerstehen konnten. Wer lieber das Nachtleben kennenlernen möchte, der ist hier ebenfalls gut aufgehoben. Hier gibt es nämlich viele Bars und Restaurants, die zum Abend hin öffnen. Aufgrund unseres Zeitplans haben wir jedoch den etwas anderen ,,Ballermann“ bei Nacht nicht testen können.
Einzigartige Natur
Wusstest du schon, dass Teneriffa auf seiner Insel mehrere Klimazonen besitzt? Damit ist sie eine der ökologischsten und vielfältigsten Inseln ganz Europas.
Zum Beispiel ganz oben auf dem Plateau des Teides wird man begrüßt von einer steppenähnlichen Vulkanlandschaft, geprägt aus tausenden von Jahren vergangener Erdgeschichte. Sobald man oben ist, ist man umgeben von riesigen Felsformationen, Lavafeldern und Kratern. Es ist, als wäre man in einem anderen Film.
Kommen wir hier einmal kurz zu einem kleinen Fun Fact am Rande: Wusstest du schon, dass diese Szenerie für die Filmproduktion von Star Wars Episode III: Die Rache der Sith genutzt wurde? Mit untergehender Sonne am Horizont fing der Himmel an orangegelblich zu leuchten, ab dort weiß man: Jetzt bin ich auf Mustafar bzw. Kashyyyk angekommen.



Eine weitere Klimazone durchquerten wir im Norden Teneriffas. Je dichter wir dem Anaga-Wald kamen, desto höher wurde die Luftfeuchtigkeit. Kaum ist man aus dem klimatisierten Auto ausgestiegen, befand man sich in einer Art Regenwald. Der Ort lädt dazu ein, bewandert zu werden. Es ist jedoch schwer zum Hauptwanderweg zu gelangen, weil dieser über die kurvig-verwinkelten Straßen führt. Stattdessen gibt es die Möglichkeit, unscheinbare Waldeingänge mit Holztreppen an den Straßenrändern zu nutzen. Wir waren hier eine gute Stunde unterwegs und haben die Eindrücke der einzigartigen Natur auf uns wirken lassen: Farn und Moos wohin das Auge nur reicht. Umgeben von Loorbeerbäumen, die teilweise in Wolken eingehüllt waren. Wer sich jetzt fragt, ob dort auch gefährliche Tiere lauern, den kann ich beruhigen, denn auf der gesamten Insel gibt es weder Schlangen noch giftige Spinnen.
Ein Inselurlaub ohne Strände? Die durften auf unserer Reise natürlich auch nicht fehlen. Wie der Name des Playa de las America schon verrät, gibt es dort einen Strand, der von den vielen Touristen zur Hochsaison oft überlaufen ist. Wir schauten uns deswegen etwas abgelegener um und fanden den Playa de Diego Hernández. Oben auf einer Klippe kann man dort sein Auto kostenfrei parken, danach ging es dann gut 1km abwärts zum Strand. Wie wir festgestellt haben, war dieser schwarze Strand aus der Ferne relativ klein und schon von ein paar Menschen in Beschlag genommen worden. Deswegen entschieden wir uns für eine eher steinige Passage, an der wir uns sonnten und baden gingen.
Im Mai war der Wellengang ziemlich stark und durch den Kanarenstrom können immer mal wieder portugiesische Galeeren zu den Inseln gelangen. Auch auf dem Meeresboden könnte ein kleines Petermännchen dafür sorgen, dass dir dein Fuß danach höllisch wehtut. Daher müsst ihr auf jeden Fall vorher einmal das Wasser gründlich auf diese Gefahren kontrollieren und ggf. Badeschuhe anziehen, bevor ihr reinspringt. Nicht lange habe ich gewartet und schon sprang ich in den salzigen Atlantik. Wie ich schnell festgestellt habe, war der Wellengang wirklich nicht zu unterschätzen, weshalb ich schon nach kurzer Zeit wieder ans Land kam.






Was ist hier eigentlich passiert?
Nach einer kurzen Recherche kam raus, dass diese Stadt in den 1940er für Lepra-Kranke errichten wurde, um diese aus den eng besiedelten Städten zu versetzen. Hier gab es nicht nur Krankenhäuser, sondern auch Krematorien und Wohnhäuser. Während der Bauphase gab es gleichzeitig Fortschritte der Medizin im Kampf gegen Lepra, wodurch das ursprüngliche Bauvorhaben jegliche Notwendigkeit verlor und ungenutzt blieb. Später nutzte das spanische Militär jahrzehntelang diesen Ort als Militärgelände, bis deren Nutzung im Jahr 2000 eingestellt wurde.



Die Geisterstadt Abades
Da gingen wir nun entlang am Strand Playa de los Abriguitos zu einem Leuchtturm und erblickten aus der Ferne eine leerstehende Stadt, am Rand befand sich eine Kirche, die hervorstach. Die Rede ist von der Geisterstadt Abades. Die Stadt ist sowohl mit dem Auto als auch zu Fuß vom Strand aus zu erreichen, wobei es sogar möglich ist, am gesamten Strand mit einem Auto zu campen. Wir sind die Route zu Fuß gegangen, was ungefähr 20 Minuten dauerte, ehe wir den Eingang der Stadt erreicht haben.
Schon bei der Ankunft kam uns die Frage auf, wieso diese Stadt wohl unbewohnt ist? Vielleicht wegen möglichen Überschwemmungen? Hat es vielleicht sogar mythische Hintergründe? Ein Spaziergang durch den Ort würde uns später die Antwort darauf liefern.
Wir erkundeten den Ort und gingen durch einige Gebäude. Was sofort auffiel: großzügige Sanitäranlagen und weite Räume zur Unterbringung mehrerer Menschen. Zerstörte Dächer, eingestürzte Wände und Graffitis prägten das Stadtbild. Folgte man der Hauptroute entlang, so kam man am Ende zum wohl größten Bauwerk des Ortes: die Kirche. Am Eingang wurde man direkt von einem Christuskreuz begrüßt und an der Seiten gab es eine Wendeltreppe zur zweiten Etage.
Könnt ihr es schon ahnen, wieso diese Stadt unbewohnt ist?
Die Pyramiden von Guimar
Wie verrückt, es gab auf Teneriffa wirklich einmal Pyramiden?
Überall auf den Kanaren verteilt gibt es stufenähnliche Steinformen, die an Pyramiden erinnern. Thor Heyerdal, ein norwegischer Forscher machte es sich zu seiner Aufgabe herauszufinden, ob es vielleicht eine Verbindung mit den Ureinwohnern Teneriffas und den Seefahrerkulturen gegeben haben könnte. Dadurch würde sich erklären, wie diese Strukturen auf die Insel kamen. Um zu zeigen, dass lange Ozeanüberquerungen schon damals möglich waren, baute er aus einfachster Technik funktionierende Boote. Damit wollte er beweisen, dass transatlantischer Austausch schon zur damaligen Zeit möglich gewesen sein muss. Letztlich wäre dies eine Theorie, die erklären könnte, wieso es Pyramiden nicht nur in Ägypten, sondern auch in Mexiko und Peru gibt.
Die Pyramiden von Guimar befinden sich im südlichen Teil der Insel und sind eine Art Museum über Pyramiden. Der Eintritt kostet um die 20€ pro Person und ist sowohl innen als auch außen begehbar. Weitere Themenfelder umfassen Umweltverschmutzung, die Geschichte der Guanchen, die Kolonialisierung der Kanaren und zuletzt auch giftige Pflanzen. Persönlich kann ich dieses Museum demjenigen weiterempfehlen, der sich für Kultur und Geschichte der Kanaren und Pyramiden interessiert.


Wer sich durch die vielen Texte im Museum durchliest, der erfährt, dass die sogenannte Pyramide, die man auf der Außenanlage erkennen kann, leider gar keine echte Pyramide ist. Archäologen gehen inzwischen davon aus, dass diese Steinstrukturen Ergebnis landwirtschaftlicher Steinaufschüttungen sind. Die Ureinwohner Teneriffas, die Guanchen, sind über Meereswege aus Afrika zu den Inseln gelangt. Jedoch ging die Kunst des Seefahrens über die Jahrhunderte verloren, wodurch die einzelnen Völker auf den Kanaren isoliert voneinander waren. Demnach sei auszuschließen, dass die Guanchen selbst für die Errichtung der Steinstrukturen verantwortlich waren. Die Ureinwohner selbst waren stattdessen bekannt für ihre Höhlenmalerei und Mumifizierungen. Mit der Kolonialisierung endete im 15. Jahrhundert die Zeit der Guanchen. Nach heutigem Stand gehen die Archäologen davon aus, dass diese Pyramiden Steinaufschüttungen aus dem 19. Jahrhundert gewesen sein könnten.
Masca – das versteckte Bergdorf
Masca, ein wunderschönes Dorf hoch in den Bergen beherbergt gerade einmal um die 90 Einwohner, die in ihren traditionellen Steinhütten leben. Der Weg dorthin mit dem Auto ist mühsam und durch Kurven in 650m Höhe bei Gegenverkehr nicht gerade was für schwache Nerven. Ich hatte sehr oft das Gefühl, das Auto zu beschädigen, denn die Straßen waren eng und die Kurven konnten nicht eingesehen werden. Ist man jedoch oben angekommen, erwartet dich hier ein touristischer Hotspot mit Blick auf eine Felsformation am Ende des Dorfes. Je nach Wetterlage kann es hier nebelig werden, wofür einerseits der Regenwald, andererseits die tiefen Wolken verantwortlich sind.
Zum Dorf selbst gibt es auch eine Wanderroute vom Start ,,Santiago del Teide“, die in etwa 4 – 5 Stunden andauert. Es ist wichtig an dieser Stelle anzumerken, dass seit unserem Besuch Zugangsbeschränkungen zur Wanderung herrschen und eine Reservierung notwendig ist.
Wer also Zeit mitbringt, der kann wie manche Wanderer die Route zu Fuß auf sich nehmen, denn so haben es die eigentlichen Urbewohner des Dorfes, die Guanchen, getan.


Wir buchten die Tour zum Sterne beobachten sowie eine Fahrt mit der Gondel zum Gipfel. Nachts, wenn sich allmählich die Sterne zeigen, wird es oben auf dem Teide ziemlich kalt mit bis zu 5°C im Mai. Wer sich also für das Sterne beobachten entscheidet, der sollte sich warm anziehen. Die Tour startete etwa 20 Minuten von dem Aussichtspunkt entfernt, wo wir gemeinsam in der Kolonne (und dem Tourbus) hintereinanderfuhren. Auf dem Weg dorthin konnten wir die Sonne am Horizont untergehen sehen, bis schließlich der ganze Himmel anfing zu verdunkeln. Beim Treffpunkt angekommen gibt es dann 6 Teleskope, die auf die verschiedenen Planeten unseres Sonnensystems zeigen. Der Tourguide berichtete über spannende Fakten der Planeten sowie den Sternbildern. Es wurde mit der Zeit jedoch immer kälter, weshalb wir uns später dazu entschlossen haben, die Tour frühzeitig zu verlassen. Denn für diese Kälte hatten wir schlichtweg nicht gepackt. Dennoch war es eine schöne Erfahrung wert!


Der Teide
Fliegt man auf die Insel Teneriffa, dann wird man bereits über den Wolken von einem monumentalen Berg begrüßt: es ist der Teide mit seinen 3715m. Dieser Berg war für uns das absolute Highlight der Reise und ist ein Muss für jeden Besucher der Insel. Man kann auf dem Berg mehrere Tage einplanen, denn je nach Laune gibt es hier verschiedene Touren, die über GetYourGuide und vor Ort angeboten werden: Sterne beobachten, Quad Touren, Wanderungen.
Dieser Berg lädt nicht nur tagsüber zum Wandern durch die Nadelwälder, den endlos weiten Lavafeldern oder dem savannenähnlichen Nationalpark ein, sondern zeigt sich auch gegen Abend von seiner majestätischen Seite. Sonnenuntergänge über den Wolken und ein klarer Sternenhimmel laden dazu ein, erlebt zu werden. Wer sich abends auf den Weg zum Teide machen möchte der kann dies auch ohne Guide/Tour tun, aber der höchst gelegene Parkplatz ist ab der Abendzeit zum Teide gesperrt, wodurch alternative Parkplätze im unteren Tal genutzt werden müssen. Entferne dich zudem nie von den vorgegebenen Wegen, denn zu jeder Tageszeit kontrollieren Ranger den gesamten Nationalpark – es kann ziemlich teuer werden, wenn du erwischt wirst.




Vielleicht erkennt ja jemand von euch, welchen Planeten ich hierbei entdeckt habe?


Teneriffa beeindruckt nicht nur mit seinem hohen Berg, sondern auch mit seiner Vielfältigkeit. Durch die verschiedensten Klimazonen bis hin zu den herausfordernden Wanderrouten ist für jeden was dabei. Persönlich kann ich dieses Urlaubsziel also jedem nahelegen, der auf kleinere Abenteuer aus ist und gleichzeitig auch mal entspannte Ausflüge bevorzugt. Strandurlauber kommen hier eher weniger auf ihre Kosten, dafür überzeugt aber die Natur und Kultur. Wer zudem zeitlich flexibler ist, dem würde ich unbedingt anraten, Insel-Hopping zu probieren. Denn auch die anderen Inseln der Kanaren haben sicherlich viel zu bieten!






Die zweite Tour auf dem Teide war der Ausflug zum Gipfel des Berges. Hierfür musst du bestenfalls am Vortag ein Ticket für eine Fahrt mit der Gondel buchen. Oben hast du dann 1 Stunde Zeit, die Aussicht aus 3500m zu genießen. Leider war der kurze Wanderweg zum Vulkankrater für Besucher zu unserem Zeitpunkt gesperrt und kann ausschließlich von den Einwohnern genutzt werden oder mit Genehmigung für ca. 135€. Aber halb so schlimm, denn wir waren sowieso damit beschäftigt, mit dem geringen Sauerstoffgehalt in der Luft klarzukommen und genießten stattdessen die schöne Aussicht!
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